Ein fast 80 Meter hohes Wohnhochhaus wird flankiert von Bauten einer früheren Autogarage, die eine neue, quartiernahe Nutzung haben.
GESCHICHTE UND LAGE
Das Hochhaus von ALTO erhebt sich an der Kreuzung der Freihofstrasse mit der Baslerstrasse in Zürich-Altstetten, in der Ebene des Limmattals. Die Überbauung befindet sich in einem Gebiet zwischen der Hauptstrasse nach Baden und dem Gleisfeld des Hauptbahnhofs Zürich. Das Gelände wurde einst für den Kiesabbau genutzt. Bis zur Eingemeindung Altstettens in die Stadt Zürich im Jahr 1934 erstreckte sich ein grösserer Baggersee bis ins Baugrundstück. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Strassennetz vervollständigt. Die gut erschlossene Gegend verwandelte sich in ein Wohn- und Gewerbequartier. In der Nähe befinden sich das Stadion Letzigrund und das Einkaufszentrum Letzipark.
Auf dem Grundstück von ALTO wurde in den 1950er Jahren eine eingeschossige Garage mit einem Ausstellungs- und Montageraum und einer eleganten Shedhalle errichtet. 2019 ging das Eigentum an die HIAG über. Das Grundstück befindet sich seit 2001 gemäss der Bau- und Zonenordnung (BZO) der Stadt Zürich in einem Hochhausgebiet II. Dieses Gebiet erstreckt sich parallel zum Gleisfeld durch den Stadtteil Altstetten, in ihm sind schon mehrere Hochhäuser errichtet worden. 2021 führte HIAG einen Projektwettbewerb mit einem rund 80 Meter hohen Wohnhaus mit 149 Wohnungen sowie öffentlichen und gewerblichen Nutzungen im Erdgeschoss durch. pool Architekten konnte ihn für sich entscheiden. Bereits zuvor wurde bekannt, dass sich für den südlichen Teil der Shedhalle ein Vorvertrag mit einem Detailhändler abschliessen liess.
KONZEPT UND ARCHITEKTUR
Wie die einstige Garage, bildet ALTO eine Bauzeile, die sich von der Kreuzung mit der Baslerstrasse der Freihofstrasse entlangzieht. Die Überbauung besteht aus drei eigenständigen Volumen, die eng aufeinander folgen. Im Kreuzungsbereich steht der ehemalige Ausstellungs- und Montageraum der Garage. Die Betonstruktur mit einem zentralen Oberlichtaufbau ist jetzt eine auf alle Seiten offene « Stadtloggia » an einem exponierten Ort. Diese lässt sich rund um die Uhr frei bespielen.
Es folgt das rund 80 Meter hohe Wohnhochhaus mit 25 Geschossen, dessen Eingänge zur Freihofstrasse und zum rückwärtigen Aussenraum orientiert sind, dahinter die Detailhandelsfiliale im erhaltenen Hallenteil mit dem Sheddach. Der Komplex ist nur partiell unterkellert, es stehen wenige Parkplätze unter der Shedhalle und für die Kundschaft des Detailhändlers im baumbestandenen Freiraum im rückwärtigen Bereich zur Verfügung. Stattdessen bietet die Überbauung ein Mobilitätskonzept.
Das Hochhaus ist im Grundriss rechteckig, seine Länge ist so gewählt, dass auf beiden Seiten der Zeile in der Flucht ein sanfter Übergang entsteht zwischen den unterschiedlich breiten Bestandsbauten, die es flankieren. Die beiden überdurchschnittlich hohen ersten Geschosse sind an den Schmalseiten, bei den Zugängen, leicht ins Volumen eingerückt. Eine enge Stützenfolge schafft eine Portalsituation. Im 1. Obergeschoss befindet sich ein unterteilbarer Gemeinschaftsraum samt Dachgarten für Bewohnerinnen und Bewohner als Begegnungsort, auf der anderen Seite, ein fremdvermieteter Gewerberaum. Die oberen Geschosse werden gekennzeichnet durch umlaufende Bandfenster, in die in den Schmalseiten auch die Loggien der Wohnungen integriert sind. Regelmässige Höhenversätze im Sturzbereich rhythmisieren diese Glasbänder. Sie alternieren mit Photovoltaik-Modulen in den Brüstungsbereichen. Die helle Anmutung der Brüstungen erreichte man durch eine entsprechende Beschichtung der Gläser. Eloxierte Aluminiumprofile und textile Sonnenstoren vervollständigen die zurückhaltende und doch prägnante Materialisierung der Photovoltaik-Hochhausfassade, die in Zürich die erste ihrer Art ist.
NACHHALTIGKEIT
ALTO wurde mit dem SNBS-Zertifikat « Gold » ausgezeichnet. Der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS beurteilt die Nachhaltigkeit anhand von 45 Indikatoren. Bewertet werden nicht nur der Energieverbrauch eines Gebäudes, sondern auch dessen Lebenszykluskosten, die Flora und Fauna der Umgebung, die Mobilität oder die regionale Wertschöpfung.










