Medizinische Einrichtungen

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Thurgau

Die Spezialklinik mit topmoderner Infrastruktur steht in einer parkartigen Landschaft und bietet eine herrliche Aussicht auf den Bodensee.

GESCHICHTE UND LAGE

Das Herz-Neuro-Zentrum Bodensee (HNZ) befindet sich auf dem Gelände des Kantonsspitals Münsterlingen. Dieses geht auf ein mittelalterliches Kloster zurück. Der Neubaukomplex steht am östlichen Rand des Areals, das von Wiesen und Äckern umgeben ist und an eine Landstrasse grenzt. Rund 350 Meter weiter nördlich verläuft das Ufer des Bodensees. Das HNZ war zuvor in der benachbarten Stadt Kreuzlingen domiziliert. Der Kanton hat der Klinik für den Neubau in Münsterlingen ein Grundstück im Baurecht abgetreten. Am neuen Standort ist eine enge Kooperation mit dem benachbarten Kantonsspital möglich. Die Nixdorf Architekten GmbH wurde mit der Planung des Neubaus beauftragt. Die Einsprache eines Bewohners blockierte das Projekt nach der Eingabe des Baugesuchs im Jahr 2013 über Jahre. HRS stieg als Totalunternehmerin Ende 2020 in das anspruchsvolle Projekt ein.

KONZEPT UND ARCHITEKTUR

Der dreigeschossige, ausgedehnte und in der Höhe abgestufte Neubau liegt in bester Aussichtslage mit Blick auf den Bodensee. Für den Betrieb stehen 58 Betten sowie drei Operationssäle mit Hybrid-OP und Herzkatheterlabor zur Verfügung. Im zweiten Untergeschoss besteht eine unterirdische Verbindung mit dem Kantonsspital Münsterlingen. Dadurch können Synergien in der Zusammenarbeit beider Kliniken genutzt werden. Die Architektur ist auf einem strengen orthogonalen Raster aufgebaut. Den beiden in Ost-West-Richtung verlaufenden, zueinander seitlich versetzten Hauptbaukörpern ist im Norden ein eingeschossiger Restauranttrakt vorgelagert, der wie ein Pavillon im zum See abfallende Gelände steht. Ein im Grundriss rechteckiges Bettengeschoss über dem nordöstlichen Teil des Haupttrakts schliesst den Komplex nach oben ab.

Die Freiflächen antworten mit einem schlichten Konzept auf die eigenständig geprägte Klinik. Nur wenige auf einer Kräuterwiese geplanten Obstbaumgruppen und Ahornreihen vermitteln zwischen dem Gebäude und der ländlichen Umgebung. Der Zugang erfolgt von Süden, von der Hangseite. Die Vorfahrt für die Ambulanzen liegt auf dem Niveau des ersten Untergeschosses, von Osten ist eine grosse unterirdische Einstellhalle erschlossen. Der Haupteingang ist auf der Westseite des Restauranttrakts angeordnet, unter dem vorkragenden Bettengeschoss, betont durch einen Wassertisch. Er führt in ein lichtdurchflutetes zweigeschossiges Foyer, von dem alle Gebäudetrakte erschlossen sind. Auf der Ostseite des Restauranttraktes wurde ein grosszügiger Patientengarten angelegt. Er befindet sich auf dem Dach der Einstellhalle und hat den Charakter einer Terrasse. Wege um erhöhte « grüne Inseln » ermöglichen verschieden lange Rundwege. Rosenbeete führen zu Sitznischen mit Pergolen. Kleinkronige Einzelbäume spenden Schatten, ohne den Blick zum See zu mindern. Die offene Innenarchitektur mit Sichtbeton, hellem Holz sowie Blau- und Grüntönen – passend zum Bodensee – schafft eine Atmosphäre wie in einem Hotel. Ein ausgefeiltes Signaletik-System erleichtert die Orientierung. Daneben fand modernste Technik Platz. In OP-Räumlichkeiten wurde beispielsweise ein spezieller Laminar-Flow Deckenauslass verbaut, wodurch die Luft über dem Patienten schneller strömt als ausserhalb. Dies stellt eine hygienische Luftzirkulation während der Operation sicher und schützt den Patienten vor fremden Partikeln. Die Behandlungsräume und die Operationssäle sind im südwestlichen Trakt angeordnet, das darüberliegende Bettengeschoss ist als zweibündige Anlage organisiert, mit zwei Längskorridoren und einer Schicht mit Serviceräumen und Durchgängen zwischen ihnen. Neben der zentralen Treppenanlage am Foyer mit den beiden Aufzügen sorgen zwei periphere Treppenhäuser im Bereich des Bettengeschosses eine unkomplizierte, effiziente Vertikalerschliessung.

NACHHALTIGKEIT

Nach der Philosophie des Silent Hospitals schaltet die Klinik nachts die Beleuchtung runter, und die Alarmgeräusche werden reduziert. Denn Patienten müssen sich wohlfühlen, um gesund zu werden. Auch die Nachbarschaft profitiert von diesen Massnahmen.