Verwaltungsgebäude und Geschäfte

Wohnungen

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Bern

Vom Forschungszentrum zur Wohnikone: Das frühere Swisscom-Hochhaus OMU 93 wurde erfolgreich in 87 hochwertige Mietwohnungen umgewandelt. Die gelungene Transformation beweist, wie Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen – und welches Potenzial in solchen Gebäuden steckt.

GESCHICHTE UND SITUATION

Das ehemalige Swisscom-Hochhaus am östlichen Stadtrand von Bern gehört zu den Ikonen der Stadt. Mit 75 Metern Höhe und 17 Obergeschossen ist das OMU 93 nach dem Berner Münster das höchste Gebäude der Stadt. Im Haus an der Ostermundigenstrasse 93 hat die damalige PTT (ab 1998 Swisscom) bis 2014 am Farbfernsehen und an früheren Mobilfunktechnologien geforscht. Später beherbergte das Hochhaus mit Baujahr 1972 Startups, Kulturveranstalter und Firmen der Kreativwirtschaft. Das Haus steht unter Denkmalschutz – unter anderem, weil es stark vom Stil des Architekten Le Corbusier geprägt ist. Nach einer Bauzeit von zwei Jahren haben die von Pensimo geführte Anlagestiftung Turidomus und die Totalunternehmerin HRS Real Estate AG dem markanten Hochhaus neues Leben eingehaucht. Nun bietet das Gebäude 87 hochwertige, loftartige Wohnungen; im April 2026 sind erste Mieter eingezogen.

ZENTRUMSNAH WOHNEN MIT WEITSICHT

Für die Transformation in moderne Wohnungen war ein weitgehender Rückbau in den Rohbauzustand nötig. Haustechnik und Aufzugsanlagen wurden erneuert, ergänzt durch statische Massnahmen. Rund die Hälfte der 87 loftartigen Mietwohnungen haben 1.5 bis 2.5 Zimmer, die andere Hälfte 3.5 bis 5.5 Zimmer. Von der Haltestelle direkt vor dem Haus erreichen die Bewohnerinnen und Bewohner die Innenstadt in wenigen Minuten. Das Gebäude besticht durch aussergewöhnliche Qualitäten : eine spektakuläre Aussicht auf Stadt und Alpen sowie eine seltene, grosszügige Raumhöhe von drei Metern. Die Öffnung des Sockels und der Rückbau des Mezzanins formen eine repräsentative, identitätsstiftende Lobby. Sie verbindet die Erschliessungskerne und lässt das Hochhaus elegant auf seinen ursprünglichen Stützen stehen. Ein cleveres Schachtsystem erlaubt maximale Flexibilität mit 3 bis 12 Wohnungen pro Etage und damit einem schönen Mix aus Studios, WGs und Familienwohnungen. Grossformatige HebeSchiebefenster erweitern den Wohnraum zur Brise-Soleilschicht, während eine gemeinschaftliche Dachterrasse mit Pavillon den Austausch fördert.

Alle sichtbaren Eingriffe wurden in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege ausgeführt. Die erweiterte Lobbyfassade wirkt durch minimierte Stahlprofile und spiegelpoliertes Blech maximal transparent, was das Bild des schwebenden Hochhauses stärkt. Das Farb- und Materialkonzept verbindet Historie und Moderne. Basis bilden die denkmalgeschützten blauen Stützen und die Aluminiumfassade, erfrischend ergänzt durch Rosa und Gelb. Diese Töne fliessen in Küchen, Bäder und Erschliessungszonen ein. So wurden auch die historischen, anthrazitfarbenen Terrazzoböden erhalten und mit neuen blauen und pinken Platten effektvoll kombiniert.

Dank hervorragender Kooperation mit den Behörden wurden massgeschneiderte Lösungen für komplexe Anforderungen realisiert. Zu den Herausforderungen gehörte, die bestehende Bausubstanz den heutigen Normen anzupassen. Durch Lärmschutznachweise vor Ort konnte der Wohnanteil erfolgreich auf 98 % erhöht werden. Ein smarter GesamtU-Wert-Nachweis löste den Widerspruch zwischen Denkmalschutz und kantonalen Energievorgaben an der Fassade, und das Projekt wurde erfolgreich von der Parkplatzerstellungspflicht befreit.

WERTVOLLE RESSOURCEN ERHALTEN

Das Projekt OMU 93 beweist eindrücklich, wie Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen. Die Totalunternehmerin HRS Real Estate AG hat es in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Firmen und der Denkmalpflege geschafft, die vorhandene Bausubstanz zu nutzen und damit nicht nur wertvolle Ressourcen zu erhalten, sondern auch die Bauzeit deutlich zu verkürzen. Die Transformation zeigt, welches Potenzial in solchen Gebäuden steckt.

NACHHALTIG UND BEHAGLICH

Das Projekt überzeugt auch aus ökologischer Sicht. Durch den Erhalt der bestehenden Tragstruktur konnten wertvolle Ressourcen geschont und die CO2-Emissionen gegenüber einem Ersatzneubau deutlich reduziert werden. Die Haustechnik bietet maximale Lebensqualität. Dank dezenten Steigzonen bleibt das grosszügige Raumgefühl ungestört. Die innovative Fussbodenheizung wärmt im Winter und sorgt im Sommer für sanfte Kühlung. Die Wärmeenergie stammt aus dem bestehenden Fernwärmeanschluss.