Logements

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Entlisberg 2 - D, Zurich

LAGE / GESCHICHTE

Der Entlisberg ist ein bewaldeter Hügel zwischen dem linken Zürichseeufer und dem Sihltal. Er liegt im Südwesten der Stadt Zürich. Die Siedlung, die seinen Namen trägt, befindet sich wenige Schritte weiter nördlich, mitten im Quartier Zürich-Wollishofen. Die Umgebung ist stark geprägt durch den genossenschaftlichen Wohnungsbau. Auch die berühmte Werkbundsiedlung Neubühl aus den 1930er-Jahren, die einst die Wohnarchitektur der Moderne propagierte, befindet sich in der Nähe. Seit der Eröffnung des nahen Uetlibergtunnels ist das Quartier auch für den Individualverkehr hervorragend erschlossen.


Die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ) hat in Zürich-Wollishofen seit den 1930er-Jahren hunderte von Wohneinheiten in mehreren Genossenschaftssiedlungen realisiert. Ein Grossteil von ihnen genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr. Im Rahmen der strategischen Erneuerungsplanung hat der Vorstand der ABZ daher in einem ersten Schritt für den Zeitraum 2010 bis 2019 den Ersatz von rund 200 Einheiten im Gebiet Entlisberg beschlossen. Betroffen davon waren primär die Siedlungen «Entlisberg II und III» auf einem etwas mehr als 300 Meter langen, von Norden nach Süden verlaufenden, nach Westen steil abfallenden Geländestreifen zwischen der Entlisberg- und Marchwartstrasse. Auf der Basis eines Masterplans wurde hier eine massvolle Verdichtung angestrebt. Nach einer städtebaulichen Testplanung fand 2013 ein Architekturwettbewerb statt. Das siegreiche Projekt der Michael Meier und Marius Hug Architekten AG wurde in der Folge als Siedlung «Entlisberg 2» realisiert.

KONZEPT / ARCHITEKTUR

Die neue Überbauung besteht aus sechs langgestreckten Massivbaukörpern, die parallel zum Hang angeordnet sind. Je drei folgen dem Verlauf der Entlisberg- und der Marchwardstrasse, deren Abstand gegen Norden leicht zunimmt. Zwischen ihnen erstreckt sich über die ganze Länge des Geländestreifens ein parkartiger Aussenraum, der öffentlich zugänglich ist. Teilweise über der gemeinsamen Einstellhalle angelegt, enthält er nebst Pflanzbeeten und den Sitzplätzen der Erdgeschosswohnungen verschiedene Zonen zum Verweilen und Spielen. An seiner Hangseite liegen als Vorbau des mittleren Volumens die Ateliers der Siedlung und ein Gemeinschaftsraum, wodurch ein übergeordneter Treffpunkt entsteht. Sämtliche Treppenhäuser besitzen Eingänge sowohl zur angrenzenden Strasse als auch zu diesem Aussenraum. Der quer zum Hang ansteigende Owenweg durchquert die Siedlung und verstärkt die Einbindung ins Wegnetz des Quartiers. Die Siedlung umfasst mitunter eine Hausgemeinschaft für Senioren, einen eigenen Kinderhort, Gemeinschaftsräume, Bastelräume und Musikzimmer.


Die sechs Baukörper sind eigentlich modular ausgebildet. Sie bieten ein talseitig aus dem Erdreich vortretendes Keller- / Sockelgeschoss und darüber vier Vollgeschosse, reagieren aber entsprechend ihrer Lage unterschiedlich auf die angrenzenden Strassenräume und den Owenweg. Dank «Kopfbauten», in Reaktion auf die umgebenden Bauten angeordnete Verdichtungen, bettet sich die Siedlung gut in die bestehende Bebauungsstruktur ein – ohne dass entlang der Strassen eine geschlossene Riegelwirkung entsteht. Die unterschiedliche Tiefe der Volumen ermöglichte eine grosse Vielfalt beim Zuschnitt der Wohnungen. Bei vielen ist der räumliche Bezug zwischen Strassen- und Grünraum
bestimmend: Aufenthaltsbereich, Küche und privater Aussenraum bilden eine Raumgruppe, die von Fassade zu Fassade reicht. Dies gilt auch bei den grossen Maisonette-Einheiten. Kleinwohnungen sind einseitig ausgerichtet und finden sich auch in den Sockelgeschossen. Küchen und Balkone der Familienwohnungen sind in beiden Bebauungszeilen zum kollektiven Grünraum orientiert. Die Kleinwohnungen in den Vollgeschossen bilden zusammen mit je zwei Familienwohnungen eine Wohnungsgruppe pro Geschoss und Treppenhaus, was zu einer guten Durchmischung der Bewohnerschaft beiträgt.

Das äussere Erscheinungsbild der neuen Siedlung prägen verschiedene Putzoberflächen und die aus den Volumen vortretenden Balkontürme. Die geschlossenen Fassadenpartien werden durch vertikal ausgerichtete oder unterteilte Lochfenster gegliedert. Im Sockelbereich wechseln sich roh belassene Betonfertigelemente, teils mit integrierten Sitzbänken, und grauer, mit einem Schwamm abgeriebener Putz in Naturfarbe ab. Die beiden unteren Sockelgeschosse sind mit dem «Hauptputz» in einem ganz hellen Braunton verkleidet, in den oberen Geschossen ordneten die Architekten Putzfelder in dunklerem Braun an. Sie sind im Besenstrich aufgetragen und heben sich leicht von den helleren Flächen ab. Die Metallteile der Balkone sind ebenfalls in Brauntönen gehalten. So ergibt sich ein diskreter und doch eleganter, verhalten ornamentaler Charakter.

ENERGIEKONZEPT

Die Siedlung entspricht dem Standard Minergie-P-ECO. Die Häuser sind mit Komfortlüftungen ausgestattet. Die Wärmeerzeugung erfolgt über Sole-Wasser-Wärmepumpen.