Verwaltungsgebäude und Geschäfte

Wohnungen

35/3573D

Waadt

GESCHICHTE/LAGE

In Chavannes-près-Renens im Westen von Lausanne wurde das Quartier En Dorigny auf einem ehemaligen Landwirtschaftsgelände neben der Autobahn angesiedelt. Die heute in fünf Baugrundstücke (A, B, C, D und E) aufgeteilte grossflächige Parzelle stellt einen wichtigen Meilenstein in der Erschliessung des Quartiers La Bourdonnette dar und begleitet eine gross angelegte städtebauliche Entwicklung. Das Projekt in Dorigny, in unmittelbarer Nähe zum Hochschulzentrum, richtet sich sowohl an Studierende als auch an junge Berufstätige, Familien und Senioren. Das nachhaltig konzipierte Projekt vereint Wohnungen, Büro- und Verkaufsflächen in einer baumbestandenen Umgebung.Die Lebensqualität wird durch eine optimale Erreichbarkeit erhöht: Das Quartier ist nur eine Minute vom Autobahnnetz entfernt, an die öffentlichen Verkehrsmittel von Lausanne angebunden und 15 Minuten mit der Metro (Linie M1) vom Stadtzentrum und 10 Minuten zu Fuss vom Genfersee entfernt. Geplant ist eine Fussgängerbrücke über die Autobahn, die das Quartier direkt mit dem Campus von UNIL und EPFL verbindet.

PROGRAMM

Zu diesem Grossprojekt gehören zwei Gebäude mit Mietwohnungen (B und b’) auf dem Baugrundstück B und zwei weitere (D und d’) auf dem Baugrundstück D mit 514 zusätzlichen Wohnungen sowie ein öffentlicher Park (Grundstück E). Jedes Baugrundstück umfasst ein sechs- oder siebenstöckiges Gebäude neben der Route de la Maladière und ein vierstöckiges Gebäude auf der Seite zur Autobahn. Das Gebäude B umfasst zudem Verkaufs-, Gewerbe- und halböffentliche Flächen im Erdgeschoss sowie Büroflächen in der Nordost- und der Nordwestecke. Sein Pendant, das Gebäude b’, bietet ebenfalls Wohnraum sowie im Erdgeschoss ein grosser, aufteilbarer Raum für gewerbliche Aktivitäten. Das Baugrundstück B umfasst 249 Wohnungen mit 1.5 bis 5.5 Zimmern, 15 Büros, 5 halböffentliche Flächen, 17 Verkaufs- bzw. Gewerberäume sowie 2 Untergeschosse (Einstellhalle, Kellerund Technikräume).

Das Baugrundstück D umfasst zwei Gebäude mit 265 Wohnungen mit 1.5 bis 5.5 Zimmern, 14 Büros, einer Kinderkrippe (Bereitstellung als Rohbau), einem Gemeinschaftsraum, 5 unterteilbaren Gewerberäumen (Bereitstellung als Rohbau), 2 Untergeschossen und einem Zivilschutzraum für das ganze Quartier. Jede Wohnung verfügt über eine komplett ausgestattete Küche mit einem Geschirrspüler, einen eigenen Keller und bei Wohnungen ab 3.5 Zimmern einen Waschturm sowie verschiedene Aussenbereiche (Balkon, Terrasse, Garten, Innenhof oder Dachterrasse).

PROJEKT/KONZEPT

Das Quartier En Dorigny ist für bis zu 3’000 Einwohner ausgelegt und stellt ein anspruchsvolles Projekt mit gemischter Nutzung aus Wohn-, Büro- und Verkaufsflächen dar. Die Wohngebäude sind rund um eine Fussgängerzone angeordnet und umfassen ein gemischtes Programm, das Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und Lebensqualität fördert. Im Erdgeschoss der Baugrundstücke B und D befinden sich als Rohbau bereitgestellte Ladenpassagen (65 bis 990 m²) für den wohnortnahen Detailhandel, die Dienstleistungen oder Aktivitäten des halböffentlichen und tertiären Sektors. Teilausgebaute Büroflächen ab 110  m2 sind in den Gebäuden verteilt.

Das Gebäude B, das durch seine Farbe und die V-förmigen Säulen aus Fertigbeton ein optisches Merkmal des Quartiers darstellt, ist um einen mit Bäumen bestandenen Innenhof angeordnet und verfügt über ein Erdgeschoss mit diversen Aktivitäten (Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten, Apotheken und halböffentliche Flächen). Das Gebäude b’ ist um begrünte Innenhöfe angeordnet. Alle Wohnungen verfügen über grosse Fensterfronten, Loggien oder Terrassen mit viel Tageslicht. Das Gebäude D fügt sich harmonisch zwischen Park und Innenhof ein und unterstreicht mit seiner Holzfassade in natürlichem Grauton die landschaftliche Verankerung. Es wird begleitet von dem rund um bepflanzte Innenhöfe angeordneten Gebäude d’.

REALISIERUNG

Die Konstruktion basiert auf einer Stahlbetonkonstruktion und einer energieeffizienten thermischen Hülle. Die hinterlüfteten Fassaden bestehen abwechselnd aus Putz und Metall, Eternitplatten auf der Nordseite und Sandwichwänden auf der Südseite, mit Dreifachverglasungen, die den akustischen und sicherheitstechnischen Anforderungen in Bezug auf die Autobahn entsprechen. Die Innenausstattung ist schlicht und nachhaltig: Parkett in den Wohnräumen, Fliesen in Küche und Bad, verputzte Wände und gestrichene Decken.

TECHNISCHE

Die Minergie®-zertifizierten Wohngebäude werden von einem geothermischen System für Heizung und Kühlung versorgt und verfügen über eine Fussbodenheizung. Die Wärmeerzeugung des Gebäudes B und des Baugrundstücks A erfolgt über eine gemeinsam genutzte Heizungsanlage. Jede Wohnung ist mit einer Zweistrom-Lüftungsanlage und einem intelligenten Gebäudesteuerungssystem ausgestattet, mit dem sich Beleuchtung, Storen und Heizung aus der Ferne steuern lassen.

Solarpanels auf dem Dach versorgen die Gemeinschaftsräume im Rahmen eines Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (ZEV) und optimieren so den Eigenverbrauch. Die Einstellhalle ist für Ladestationen für Elektrofahrzeuge an sämtlichen Stellplätzen vorbereitet.

BESONDERE MASSNAHMEN

Im Rahmen des Projekts wurden pro Baugrundstück (B und D) 63 Erdwärmesonden in rund 300 Meter Tiefe gebohrt, um eine nachhaltige Energieerzeugung sicherzustellen.

AUSSENANLAGEN

Die Aussenbereiche wurden sorgfältig mit einer grossen Vielfalt von Bäumen, Sträuchern und Grasflächen gestaltet. Das Grundstück B verfügt über einen gemeinsamen hängenden Garten auf der zweiten Ebene als Erholungsbereich für die Mieterinnen und Mieter; hinzukommen Gärten zur Privatnutzung und ein Spielplatz. Auf der ersten Ebene befinden sich Innenhöfe mit hängenden Gärten, die nicht zugänglich sind.

Im Osten des Quartiers schliesst sich mit dem grossen Park «Lot E» eine Erweiterung der bestehenden Anlagen von La Bourdonnette an, die aus einer bepflanzten Anhöhe mit Aussichtsplattform, einem Volleyballplatz und einem Kinderspielplatz bestehen. Der Park erstreckt sich bis zum Zentrum des Baugrundstücks D, wo privat genutzte Gärten im Erdgeschoss den Innenhof säumen.

HERAUSFORDERUNGEN

Die Baustelle erfolgte in einem Umfeld intensiver gemeinsamer Aktivitäten, mit dem gleichzeitigen Einsatz von acht Kränen auf allen Baugrundstücken. Die einzige Baustellenzufahrt für alle Gebäude führte insbesondere für Grundstück B mit den sehr eingeschränkten Lagerkapazitäten zu einer komplexen Logistik. Mit der vorgezogenen Inbetriebnahme der Heizungsanlage wurde die Versorgung für das Baugrundstück A sichergestellt, das ein halbes Jahr vor dem Grundstück B bereitgestellt wurde. Um eine koordinierte Bereitstellung des gesamten Quartiers zu gewährleisten, musste die Bauherrschaft die ursprüngliche Planung anpassen.

STÄRKEN

Die Gebäude befinden sich in einem vom Wandel geprägten Quartier gegenüber dem künftigen Gesundheitscampus und bedienen damit die hohe Nachfrage nach Wohnraum für Studierende der UNIL und der EPFL. Das Quartier ist sehr gut an den öffentlichen Verkehr angebunden – Metro, Bus und Bahnhof Renens –, bietet aber auch eine attraktive Umgebung für die Ansiedlung von Ladengeschäften, Restaurants und Dienstleistungen. Die ausgedehnte, gepflegte Grünfläche hält die Durchlässigkeit des Bodens aufrecht und trägt dazu bei, die Auswirkungen von Wärmeinseln abzuschwächen.

ERGEBNISSE UND AUSWIRKUNGEN

Das Quartier En Dorigny ist Teil der dynamischen Entwicklung der Gemeinde Chavannes-prèsRenens. Es stellt einen wichtigen Meilenstein in der Transformation des Westens von Lausanne und in der Entstehung eines neuen urbanen Zentrums dar.