Bâtiments administratif et commerces

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EIGER+ - D, Grindelwald

Lage / Geschichte

Das Dorf Grindelwald (BE) am Fusse der Eigernordwand geniesst als alpiner Erlebnisort ein grosses internationales Renommee. Der Ortskern rund um den Bahnhof und das Sportzentrum wird mit der Überbauung Eiger+ stark aufgewertet. Oberhalb des Bärplatzes, wo früher auf zwei höhengetrennten Flächen Autos parkiert waren, steht nun ein neues Dienstleistungszentrum (DLZ), in dem sich unter anderen der Grossverteiler Coop mit einem Lebensmittelgeschäft und einer Apotheke eingemietet hat. Die Berner Kantonalbank hat einen Teil des DLZ im Stockwerkeigentum übernommen.
Ausserdem bietet eine neue Tiefgarage ein Viertel mehr Parkplätze als zuvor. Die Totalunternehmung Losinger Marazzi war für den Abriss der alten Gebäude sowie für die Entwicklung und den Neubau des Grossprojekts Eiger+ verantwortlich.

Konzept / Architektur 

Der Baukörper des DLZ wächst in geschwungener Form aus dem abfallenden Terrain und öffnet sich in Richtung Bahnhof. Ein vor­kragendes, hufeisenförmiges Betondach akzentuiert die elegante Form des Volumens. In Verbindung mit der vertikal ausge­richteten Lamellenfassade aus Holz ergibt sich ein harmonisches Ganzes. Vom Parkhaus, das über einen Tunnel direkt mit dem Einkaufszentrum verbunden ist, bleibt nur das Zugangsgebäude vor dem benachbarten Sportzentrum sichtbar.

Die Dächer der beiden Neubauten sind so angelegt, dass die Gemeinde sie als begehbare Plätze gestalten konnte. Auf dem Einkaufszentrum befindet sich eine Aussichtsplattform ; Das Dach des Parkhauses wird für Freiluftveranstaltungen genutzt.

Besonderheiten

In einem Tourismusort mit viel Publikumsverkehr zu bauen, erforderte ein behutsames Vorgehen und eine genaue Planung. Um die grossen Ströme von Passanten nicht zu unterbrechen, wurde eine 1,2 Meter
breite Passerelle über die Baustelle errichtet. Dass die beiden Baugruben durch die Dorfstrasse getrennt waren, hat die Aufgabe zusätzlich erschwert. Mit Ausnahme des Auf- und Abbaus des Krans blieb die Strasse ständig offen. Die bis zu 12 Meter tiefen Baugruben mussten speziell gesichert, überwacht und mit Spritzbeton und Injektionsbohrankern ausgekleidet werden.

Erschwerend kam hinzu, dass das Gelände pro Jahr 20 bis 100 Millimeter hangabwärts rutscht. Beide
Neubauten wurden deshalb als „steife Kisten“ erstellt, die mit dem Hang rutschen ohne Schaden zu nehmen.

Eine weitere Eigenheit des Projekts war der kompli­zierte Bau des Stollens zwischen Einkaufszentrum und Parkhaus. Er wurde im Spiessvortriebsverfahren in 14 Tagen unter der Dorfstrasse hindurchgegraben. Dank der Verwendung eines Tachymeters konnten die Spiesse dreidimensional millimetergenau ausgerichtet und eingebohrt werden. Gesichert wurde das Tunnelprofil mittels Einbaubögen ; Der schlechte Baugrund
erforderte zudem die Erstellung eines Sohlgewölbes, um vertikale Setzungen zu verhindern.

Trotz des engen Zeitplans konnte Eiger+ am 18. Dezember 2014 pünktlich eröffnet werden.

Energiekonzept

Eiger+ bezieht den gesamten Energiebedarf für Heizung und Warmwasser über das moderne Fern­wärmenetz der Holzwärme Grindelwald (HWG). Die Fernwärme wird in Grindelwald aus einheimischen Holzschnitzeln hergestellt und ist damit zu 100 Prozent CO2-neutral.