Was wäre, wenn die Stadt nicht mehr unser Horizont wäre?

Waadt
,
2026-02-15T23:00:00.000Z
Verfasst von
Benjamin Pic

Es wird oft gesagt, dass im Jahr 2050 fast 70% der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten leben werden. Projektion ist zu einer fast offensichtlichen Annahme geworden.

Diese Entwicklung verdient es jedoch, in Frage gestellt zu werden.

Parallel dazu scheint sich eine diskretere Bewegung abzuzeichnen: ein Streben nach mehr Raum, mehr Natur, mehr Atmung. Auf der Suche nach einer anderen Balance zwischen Berufs- und Privatleben. Das historische Versprechen der Stadt — Effizienz, Nähe, Chancen — ist nach wie vor stark. Aber sie hat auch ihre eigenen Grenzen: Staus, Landdruck, permanente Intensität.

Gleichzeitig verändert die digitale Technologie die Beziehung zum Gebiet tiefgreifend.
Ein wachsender Teil des beruflichen, kommerziellen oder pädagogischen Austauschs findet heute aus der Ferne statt. Interaktionen verschwinden nicht, sie verändern ihre Form.

Die wissensbasierte Wirtschaft wurde in der Vergangenheit durch Dichte angetrieben. In Großstädten konzentrieren sich Talent, Kapital und Innovation. Diese Logik ist nach wie vor solide.

Es stellt sich jedoch die Frage: Geht produktive Konzentration zwangsläufig mit kontinuierlicher Konzentration in Wohngebieten einher? Können sich Formen der Urbanität entwickeln, ohne an Wirtschaftsleistung einzubüßen?

Vielleicht ist das Thema nicht mehr die Wahl zwischen Stadt und Land.
Es geht darum, neue Formen des Gleichgewichts zu erforschen, die möglich sind.

Welche Projekte veranschaulichen bereits diese Neuzusammensetzung territorialer Gleichgewichte und welche Formen der territorialen Organisation sehen Sie in Ihren Projekten konkret entstehen?

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Es wird oft gesagt, dass im Jahr 2050 fast 70% der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten leben werden. Projektion ist zu einer fast offensichtlichen Annahme geworden. Diese Entwicklung verdient es jedoch, in Frage gestellt zu werden.