Établissements médicaux

Logements

1/12198D

Bâle-Campagne

GESCHICHTE UND LAGE

Das Dorf Lausen bildet den südlichen Abschluss des langen Siedlungsbandes, welches sich im Ergolztal gegen Norden über Liestal nach Frenkendorf erstreckt. Das Scholer Areal befindet sich wenige Meter nordwestlich des historischen Ortskerns, direkt neben dem Tonwerk Lausen. Es reicht von der alten Hauptstrasse bis zur Trasse der Bahn. Am Scheitelpunkt einer sanften Kurve der Hauptstrasse steht eine 1830 erbaute Villa, die unmittelbar westlich mit einem Ökonomiegebäude ergänzt wurde. Auf der Rückseite der Villa entstand eine kleine formale Gartenanlage. Weiter südlich, in einiger Entfernung, wurde ein langgezogener Gewerbebau errichtet. Er beherbergte einst eine Seidenwinderei und -zettlerei, die von der Besitzerfamilie des Areals betrieben wurde, später diente er einer Schreinerei.

Das grossenteils immer noch aus Wiesenflächen bestehende Areal an zentraler, verkehrstechnisch sehr gut erschlossener Lage besass ein erhebliches Innenentwicklungspotenzial für eine Wohnnutzung. Die Chance einer Verdichtung wollte man nutzen. Zu berücksichtigen galt es dabei, dass die Villa ein kommunales Schutzobjekt ist und bei einer Überbauung angemessen zur Geltung kommen musste. Für die Überbauung wurde ein Quartierplan erstellt. Ihm vorangegangen waren Workshops, an denen die interessierte Bevölkerung das Projekt näher erläutert erhielt und darüber diskutieren konnte. 2020 hiess die Stimmbevölkerung den Quartierplan mit grossem Mehr gut.

KONZEPT UND ARCHITEKTUR

Gemäss dem Bebauungskonzept, welches die Grundlage für den Quartierplan lieferte, blieb die historische Villa erhalten, ebenso die formale Gartenanlage. Am Standort des Ökonomiegebäudes entstand ein Ersatzneubau. Das mit einem Kreuzgiebeldach gedeckte dreigeschossige Wohnhaus erhielt ungefähr die Volumetrie des Vorgängerbaus, der Gewerbebau wurde abgerissen. Auf dem Areal stehen nun zusätzlich sechs viergeschossige Neubauvolumen mit Flachdächern über einer gemeinsamen Einstellhalle. Sie sind in ein orthogonales Raster eingepasst, dessen Ausrichtung sich an der Villa orientiert. Die Zufahrt in die Einstellhalle erfolgt für Autos- und Zweiräder von Osten über eine bestehende Ein-/Ausfahrt beim Tonwerk am Rand des Areals. Die Ausfahrt aus der Tiefgarage erfolgt in der Westecke des Areals, wo man direkt in die Hauptstrasse einbiegen kann. Dank diesem Erschliessungskonzept bleibt das Areal oberirdisch frei von motorisiertem Verkehr. Gemeinschaftliche Grünflächen ergänzen die formale Gartenanlage, die ebenfalls allen Bewohnerinnen und Bewohnern zur Verfügung steht.

Entlang der Bahntrasse erstreckt sich ein etwas mehr als hundert Meter langer Riegelbau. Er ist durch zwei leichte Versätze in drei Abschnitte gegliedert und schirmt das Areal vom Verkehrslärm ab. Über sechs Treppenhäuser auf der Bahnseite werden mit einer Zweispänner-Erschliessung 48 Geschosswohnungen erschlossen. Drei der verbleibenden vier Neubauten verlaufen entlang der Grundstücksgrenzen, einer steht parallel zum Riegelbau im Zentrum des Areals. Diese Häuser besitzen jeweils ein Treppenhaus und sind erschliessungstechnisch Zwei- bis Fünfspänner. Der Zugang erfolgt vom Areal her entweder an den Längsoder den Schmalseiten, die Hauseingänge befinden sich mit einer Ausnahme innerhalb der gemeinschaftlichen Grünzone. Eine einheitliche Fassadenästhetik macht aus den unterschiedlich dimensionierten Neubauten trotz diversen Typologien eine Einheit. Sie zeichnet sich aus durch eine gitterartige Struktur mit eng gerippten vertikalen und glatten horizontalen Partien. Die unterschiedlichen Putzstrukturen schaffen eine Kleinteiligkeit, welche den menschlichen Massstab hervorhebt und die Wirkung der Aussenraumbepflanzung unterstützt. Elemente in Metall, mit einer bronzefarbenen und leicht glänzenden Oberflächenbehandlung runden das Farb- und Materialkonzept der Fassaden ab. Die Balkone der Wohnungen sind als Loggien in die Volumen integriert.

In der Ostecke des Areals, an der Hauptstrasse, komplettiert die Altersresidenz Senevita Dreiklang die Überbauung. Das Gebäude ist im Grundriss breiter als die Wohnhäuser, die ähnliche Fassade weist es als Teil des Gesamten aus. Die Residenz besteht aus einem drei- und einem viergeschossigen Volumen, die sich seitlich versetzt durchdringen. Der viergeschossige Teil mit dem Haupteingang in der Nordostecke bildet den Auftakt der gesamten Überbauung. Der leicht zur Strasse vorspringende dreigeschossige Teil gleicht sich in der Höhe der benachbarten Villa an. Zum « Dreiklang » gehören auch drei der Wohnhäuser auf dem Areal : Der südlich an das Alterszentrum anschliessende Bau, der Bau in der Mitte sowie der Ersatzneubau des Ökonomiegebäudes dienen dem betreuten Wohnen. Senevita bietet 34 Eineinhalb- bis Zweieinhalbzimmer-Wohnungen, 35 Pflege-Einzelzimmer, fünf Premium-Pflege-Einzelzimmer sowie ein umfassendes Betreuungs- und Unterhaltungsangebot. In der Nordostecke des niedrigeren Gebäudeteils befindet sich ein öffentlich zugängliches Café.

NACHHALTIGKEIT

Die Überbauung wurde gemäss dem Minergie-Standard und LEA Bronze realisiert. Alle Gebäude erhielten eine Photovoltaikanlage. Die Heizwärme stammt aus 100 Erdwärmesonden.